14. Distanzritt auf Osonjiva

SONY DSC20. – 21. Juni auf der Jagdfarm Osonjiva

Die Gastgeber Sylvia Janbey und Thinus van Rensburg hatten ihre Farm für diesen CEI ** Ritt von Donnerstag bis Sonntag zur Verfügung gestellt. Das bedeutet neben den üblichen Vorbereitungen, viele der eigenen Tiere bewegen und anderweitig unterbringen. Der Osonjiva Ritt hat den Platz von Okahandja eingenommen, weil es dort zu eng und mit den Straßenüberquerungen für Pferde und Reiter zu gefährlich wurde. Da jeder Reiter mindestens eine weitere Person mitbringt, wenn nicht sogar die halbe oder ganze Familie, war die Osonjiva Jagd Farm gerammelt voll. Die Zimmer waren schnell ausgebucht, so daß die meisten trotz der Kälte zelteten. Inzwischen gab es auch ein schönes Badehaus auf dem offiziellen Campingplatz. Der ‚Donkey‘ ging nie aus und lieferte endlos heißes Wasser und das Grass Dach hielt die Duschräume schön warm. Reiter konnten entweder nach NERA oder den internationalen FEI Regeln starten. Aufgrund der streng interpretierten FEI Regeln wurden die 120km Reiter gestaffelt, d. h. im Abstand von 10 Minuten gestartet. Dies führte zu Startzeiten ab 4:40 Uhr morgens in Dunkelheit, eisiger Kälte und Wind, was nicht jeden begeisterte. Die Kälte macht ein gründliches Aufwärmen der Pferde zwingend erforderlich.

Osonjiva 1. Runde klar

Osonjiva 1. Runde klar

Leider war mein 14. Ritt nicht erfolgreich. Ich hatte mich mit Zaïda, der jungen Stute, für einen 60km Ritt angemeldet. Raik war zu diesem 2-Tage Ritt schon am Donnerstag vorausgefahren, um am Freitag als time keeper zu helfen und hatte uns ganz hinten einen tollen Platz für unsere Pferde und Zelte reserviert. Wir schliefen neben dem Pferde Kraal und unser Platz hatte sogar ein paar kleine Bäume, mit Dornen natürlich, aber wir hatten Ausblick auf das Buschland und den wunderschönen Sonnenuntergang. Die Nacht von Freitag auf Sonnabend war bitter kalt und bescherte uns Eis auf den Wassertrögen. Wir lagen recht warm unter doppelten, dicken Decken im Zelt. Die Pferde bekamen ihre Decken auf. Meine Startzeit war mit 7.10 Uhr sehr spät, aber dafür konnten wir im Hellen aufsatteln.

Die erste Runde, also die ersten 30km liefen für uns bestens. Zum Glück hatte ich Zaïda keine Elektrolyte vor ab gegeben, denn ohne ausreichend Trinkwasser im Pferd, kann das nach hinten losgehen. Das Wasser in den Trögen auf der Strecke hatte noch etwas Eis drauf, und so kaltes Wasser trinken Pferde nicht. Die erste Tierarztprüfung bestand Zaïda bestens und nach der Futterpause startete ich noch ganz zuversichtlich in die 2. Runde und letzten 30 km. Meine Mit-Reiterinnen, ein 10-jähriges Mädchen und ihre Begleiterin hatte ich in der Pause verloren, die waren wohl schneller beim Tierarzt gewesen und durften dann auch früher wieder starten. Zaïda war etwas bockig, als sie ganz allein los laufen sollte, aber das gehört dazu, das müssen die jungen Pferde auch lernen. Nach nur 2 Kilometern merkte ich, daß sie anfing ‚unrund‘ zu laufen. Mein Herz sackte in meine Kniekehlen und blieb dann auch dort. Ich ging ganz langsam in den Schritt, dann Trab, immer wieder lief sie falsch. Also nachgesehen, und ja sie hatte einen Dorn tief im Strahl in ihrem Fuß.

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Absattelplatz

Extra wegen den Dornen habe ich eine Zange in der Packtasche dabei, aber leider eine falsche. Die Zange war nicht spitz genug, um den Dorn zu packen. Ein älterer Mann kam mir entgegen galoppiert und hielt an. Auch er konnte den Dorn nicht entfernen. Es war nett, daß er seine Zeit geopfert hat, um mir zu helfen. Im Schritt bin ich ins Camp zurück, rief Stefan an, der mich schon mit seinem Victorinox erwartete. Das war das richtige Instrument und der Dorn kam vollständig raus.

Zaïda zeigte ganz leichte Lahmheit, aber ein paar Leute meinten, ich sollte es ruhig versuchen. Da ich in der ersten Runde mit 14.8 km/h flott genug gewesen war, hätte ich die 2. Runde theoretisch im Schritt machen können. 30km im Schritt sind allerdings stressig. Also wieder los und diesmal war Zaïda recht muffig und wollte all denen, die gerade von einer ihrer Runden rein galoppierten, hinterher laufen. Eine gute Übung für sie, trotzdem entgegengesetzt weiter zu laufen.

Immer wieder versuchte ich es, Schritt und Trab, aber nach 100 Metern traben humpelte sie leicht. Es war eine verdammt schwere Entscheidung, denn so viel Arbeit und Vorbereitung hängen an so einem Ritt. Andererseits war es auch eine ganz leichte Entscheidung, denn das Wohlbefinden des Pferdes geht immer vor. Außerdem wäre ich bei der nächsten Tierarztuntersuchung ohnehin rausgeflogen. Nach etwa 4 km bin ich dann umgekehrt und schließlich auch abgestiegen, damit es nicht noch schlimmer wird. Nun hatte Zaïda es ganz eilig, an ihre Futterquelle zu kommen und ich mußte flott laufen. Viele Reiter galoppierten an mir vorbei ins Ziel. Das ist immer der beste Moment, wenn die Ziellinie in Sicht ist und man noch Gas geben kann, totale Freude bei Pferd und Reiter. Nun, diesmal bekam ich diese Freude nicht, aber auch das gehört dazu, einmal nicht zu gewinnen.

Es war einfach totales Pech, denn so oft bekommen Pferde die Dornen nicht in die Füße. Ohne diesen Dorn hätte ich den 1. Platz belegt, denn niemand sonst war 60km in meiner Gewichtsklasse geritten. So nah liegen diese Dinge hier beisammen. Zaïda und ich haben beide dazu gelernt. Falls ich noch einmal einen Dorn bei meinem Pferd finde, reite ich gar nicht erst weiter. Diese Dornen verursachen immer Entzündungen, mit dem Rausziehen ist es nicht getan. Zum Glück kam der Dorn vollständig raus, so wurde es nicht so schlimm. Etwas lahm ist sie aber auch fünf Tage später immer noch.

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Unsere Camp Nachbarn

Von den 123 gestarteten Reitern fielen insgesamt nur 21 Pferde an den beiden Tagen aus. Dies ist im internationalen Vergleich sehr gut. Die Strecken auf Osonjiva sind sehr gut zu reiten, denn sie sind leicht sandig und ohne Steine oder Löcher. Manchmal hat man einfach Pech, wie z.B. einen Dorn im Huf. Alle Routen waren, wie wir es von Leon gewohnt sind, bestens markiert. Klasse waren auch die Kisten mit Säften, die auf der Strecke für durstige Reiter bereit standen.

Die vielen freiwilligen Helfer sorgten für einen ziemlich reibungslosen Ablauf. Lediglich das Registrieren der Reiter für den Ritt am Sonnabend verlief zu langsam. Einige junge (männliche) Reiter drängelten sich dann auch noch vor … wir hoffen, daß ihre Pferde sich besser benehmen. Unsere Gastgeberin Sylvia hatte sich unermüdlich um alles gekümmert und hatte stets noch Zeit für ein freundliches Wort. Eine Verlosung war organisiert und die Kinder durften die Gewinner ziehen. Auch gab es hier Preise wie Halfter und Futter für die erfolgreichen Reiter. Das gibt es selten auf den Ritten, macht aber gerade den Kindern und Jugendlichen viel Freude.

Ohne die freiwilligen Helfer könnten die Ritte nicht durchgeführt werden. Ohne die großzügigen Sponsoren auch nicht. Bei diesen möchten sich alle Reiter ebenfalls ganz herzlich bedanken.

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Unser Camp: Zelt, Bakkie, Kraal

Unsere Sponsoren:

Nampharm and El Sham Endurance; Andre & Sonja van der Walt; Charlottenberg Stud, Henning du Toit & Barbara Scholz; Fareed Arabians, Leon Harmse; Osonjiva Hunting Safaris, Thinus van Rensburg & Sylvia Janbey; Theo’s Superspar, Bart & Marna Steyl; C’est si Bon, Hendri & Ronelle Greef.

Osonjiva war ein guter Ritt und alle kommen gern wieder, aber es wäre auch prima, wenn der WERC auch einen Ritt in der Nähe von Windhoek anbieten könnte.

Posted in African adventure, Endurance riding, Namibia

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