15. Distanzritt auf Tiefenbach

 

Ok, auf geht's

Ok, auf geht’s

11. Oktober 2014 auf der Bogen-Jagdfarm Tiefenbach

Mein Ritt mit Zaïda lief sehr gut und ich bin mit meinem 3. Platz im Standardgewicht sehr zufrieden. In meiner normalen Gewichtsklasse ‚No-weight‘ (Logik?) wäre ich auf den 2. Platz gekommen, aber ich hatte mich mit sämtlichen Satteldecken etc. eingewogen und kam auf 74 kg und somit in die Standardklasse ab 70 kg. Das Wichtigste war aber, das ich Zaïda sehr gut trainiert hatte und sie mit fliegenden Fahnen ins Ziel galoppiert ist. Mein Lieblingstierarzt, Sheppard Sageni aus Harare bestätigte mir, daß sie in Topform war und wahrscheinlich 80km hätte machen können. Auch ihre Pulswerte von 54/56 waren sehr gut. Ich wollte aber auf Nr. sicher gehen denn dies war erst ihr zweiter 60 km Ritt und ihr dritter Ritt insgesamt.  Der Streß des Transportes, die ungewohnte Umgebung und die Tatsache, daß Asjas nicht bei ihr war, zehren auch gewaltig and Pferdenerven. Ihre Körperhaltung und die Tatsache, daß Zaïda keine Wurzeln, bzw. Karotten essen wollte, sprachen für sich. Zum Glück liegt Tiefenbach nur ca. 120 km von Windhoek entfernt und die Anfahrt war kurz und auf guter Teerstraße.

 

Leon's Kraal

Am Abend vor dem Ritt in Leons Kraal

Die erste Runde über 29 km haben wir mit 14.21 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ruhig angehen lassen. Darin enthalten sind ja meine 4.5 Minuten Absattel- und Kühlzeit, denn die Reitzeit wird erst gestoppt, wenn man mit dem Pferd am Halfter beim Tierarzt erscheint. Profis brauchen dafür nur 2 Minuten, aber genau wie Leon, reite ich aus Spaß und nicht nur aus Ehrgeiz. Das heißt noch lange nicht, daß wir nicht unser Bestes geben! Wir wollen auch gern gewinnen, aber nicht auf Kosten der Pferde. Nur auf der letzten Runde wird die Zeit beim Überschreiten der Ziellinie gestoppt. Die zweite Runde über 31.6 km lief Zaïda mit 16 km/h wie geölt. Auch waren auf dieser Strecke weniger Steine, so daß wir meist im ruhigen Ausdauertempo galoppiert sind. Zaïda ist immer noch Novizen Pferd, darf also insgesamt nicht über 16 km/h laufen. Nachdem man die Startzeiten am Vorabend bei der Ritt Besprechung bekommen hat, kann man sich ausrechnen, wann man frühestens über die Ziellinie kommen darf. Die Kilometer geteilt durch 16 km/h plus die 45 Minuten Pause, ergaben 10:28 Uhr. Zur Sicherheit hatte ich mir gemerkt: Nicht vor 10:30 über die Ziellinie preschen!

1. Runde und 30 km fertig

1. Runde und 30 km fertig

Leon van Zyl war mein Reitpartner, d.h. wir sind zusammen geritten und das hat total geholfen, weil Zaïda eher ein Diesel-Pferd ist und sich langsam warm läuft. Daher hatte in der ersten Runde Leon auf Bella meist die Führung. Nach fast exakt 15 km legte Zaïda dann Tempo zu und übernahm die Spitze. Vor genau einem Jahr hatte Zaïda auf Farm Tiefenbach ihren allerersten Novizen Ritt, einen 40 er absolviert. Es ist schon bemerkenswert, daß sie genau wußte, wo die Farm lag. Wir waren die blaue und nach der Pause die gelbe Route geritten. Beide Routen waren für Zaïda neu, aber jedesmal, wenn ein Streckenabschnitt in Richtung Farm lag, legte sie Tempo zu. Führte die Strecke jedoch von der Farm weg, wurde sie unmerklich langsamer. Diese „langsameren“ Strecken waren dann wie kleine Verschnaufpausen für sie. Auf der zweiten und letzten Runde legte Zaïda insgesamt zu und war gut drauf. Auf den letzten 10 km wurde Bella etwas müde und Zaïda übernahm nur zu gern die Führung als Zugpferd sozusagen. Auf den letzten 5 Kilometern, die meine liebsten sind mit einem fitten Pferd, habe ich sie dann laufen lassen, aber immer im kontrollierten Galopp. Denke sie wäre auch nicht mehr ab geschüsselt „like a mad woman“, so viel Erfahrung hat Zaïda inzwischen. Einmal rannte ein Zebra neben unserem Weg her, was Zaïda total aufregend fand.

In der Pause waren Keno mit Lennard, Freundin Marie und Clemens als Fotograf und Teelieferant dann meine super Helfer. Auch Piet stand mit Rat und Tat zur Seite, er hatte ja den Anhänger mit seinem Wagen gezogen. Asjas hatte Schwellungen am Gelenk gehabt und er ist nicht geritten. In diesem Jahr hatte Piet sehr viel Pech gehabt.

Mein super Trosser Team

Mein super Trosser Team

Tiefenbach ist eine sehr gepflegte Farm auf der nur mit Bogen gejagt wird. Wir fuhren an Weiden vorbei, die gerade entbuscht wurden und sahen Tonnen in denen aus dem Holz sogleich Kohle zum grillen und kochen gemacht wurde. Irre viel Arbeit. Die Reitwege waren meist sandig und gut, es gab aber auch steinige Abschnitte, wo man langsamer gehen mußte.

 

Unser Camp

Unser Camp

Mit zwei Wohnmobilen von Leon für seine Reitertruppe, Claires Bus, in dem wir schliefen und unserem großen Zelt, in dem die ‚Kinder‘ pennten, hatten wir unseren eigenen Familien- und Freundes-Kraal. Super nette Leute und entsprechende tolle Stimmung. Unsere gesamte Crew von 5 Reitern sind alle durchgekommen, so daß die Stimmung am Sonnabend abend bei der Preisverteilung nicht getrübt war. Aber rausfliegen ist eine Möglichkeit, mit der man umgehen lernen muß. Dies war mein 15. Ritt und ich bin erst 2x eliminiert worden. Einmal war Raiks Sprite lahm, obwohl ich sehr vorsichtig geritten bin, aber er hatte vielleicht vorab Probleme gehabt. Danach hatte Sprite drei Monate Erholungsurlaub. Beim vorherigen Ritt auf Osonjiva hatte Zaïda ja einen Dorn im Fuß gehabt. Das war mein Fehler, denn vorm Start in die jeweils nächste Runde und nicht nur vor der Tierarztuntersuchung sollte man immer noch einmal alle Hufe nachsehen, es sind zu viele Dornen überall.

 

Warten auf das Urteil des Tierarztes

Warten auf das Urteil des Tierarztes

Die Kinder waren von Swakopmund aus dazu gekommen, sind am Sonntag morgen gen Norden in den Caprivi Streifen weiter gefahren. Jetzt sind sie in Katima Mulilo und sausen auf dem Fluß herum. Dank Facebook nimmt die ganze Familie und Freunde auch in Deutschland an der Reise teil, durch die von Keno aufgeladenen Fotos landen die Krokodile direkt in deutschen Wohnzimmern.

 

Herrlicher Schatten im Garten

Herrlicher Schatten im Garten

Das Wochenende war eine schöne Kombination aus Sport und Campen mit Familie und Freunden.

 

Zum Guten Schluß unser Dank an unsere Gastgeber Dickie und Annette für ihre Großzügigkeit und das leckere Essen!

Nach dem Ritt eine Runde schwimmen, fantastisch!

Nach dem Ritt eine Runde schwimmen, fantastisch!

Posted in African adventure, Animal behaviour, Endurance riding

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