18. Distanzritt: 80 km in Okahandja, 11. Juni 2016

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Okahandja Reitclub

Ich genieße gerade die Entspannung, nachdem ich Sonnabend mit Zaïda 80km in 5.5 Std. in Okahandja geritten bin. Für meine Verhältnisse ein schneller Ritt, denn ich war mit einem befreundeten Team unterwegs, die schneller reiten als ich normalerweise. Claire und ich waren beide auf Novizen Pferden unterwegs und hatten 16km/h Geschwindigkeitsbegrenzung. Diesen Ritt wollte ich unbedingt schaffen, denn es war der letzte Novizen Ritt, den Zaïda noch bestehen musste, um sich für ‚open speed‘ Ritte zu qualifizieren. Denke nicht, dass ich in Zukunft sehr viel schneller reiten werde, aber nicht mehr auf die Uhr gucken zu müssen, macht es einfacher. Wir haben es super gemeistert, dazu noch den 3. Platz in unserer ‚no weight‘ Klasse bekommen. Wir starten ja zusammen mit den ‚fertigen‘ Pferden, die alle so schnell laufen dürfen, wie sie wollen. Zaïda ist viel stärker als ich dachte, mein sanftes Training mit Ritten über nur 18km Galopp und Trab hat sich ausgezahlt. Auch die Gehorsamsübungen, teils bei Oom Johan ausgeführt, wo sie hinkam, als hier auf Krumhuk Jagd war, haben mir ein viel besseres Pferd beschert. Christiane hatte mir ein paar Mal hier in der Bahn geholfen, Zaïda weich und rund zu reiten. Das klappte gut, aber es braucht kontinuierliche Arbeit, damit sich Ergebnisse einstellen.

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Check ob das Pferd starten darf am folgenden morgen

Clemens war wieder mein bester Helfer und hatte Tee und Elektrolyte Getränke in den zwei Pausen für mich bereitgestellt. Allein seine Anwesenheit schaffte ein Gefühl der Sicherheit. Heu für Zaïda, Wasser zum Tränken und runter kühlen hatten wir gemeinsam am Freitagnachmittag am Sattelplatz aufgebaut. Dazu noch einen kleinen Auslauf, in dem Zaïda während ihrer Pause in Ruhe fressen und trinken konnte. Bei Zaïda reicht die weiße Strippe vom Elektrozaun, nachdem sie im letzten Jahr bei geladenem E-Zaun durch die Strippe marschiert ist und ordentlich gezappt wurde. Man sieht, wie gut sich Pferde auch langfristig erinnern können.

Wir hatten nur 25 bis 28 Grad am Mittag und morgens so um die 10 Grad – dies alles machte den Ritt leichter, als bei 36 Grad wie im Februar oder Nachtfrost mit Eis auf den Tränken, was wir auch schon hatten. Zaïda wollte nicht so recht trinken – und der Tierarzt hatte nach 60 Kilometern auf leichte Dehydrierung hingewiesen. Seinen Rat, die letzten 20 Kilometer nur noch auf 13km/h zu reiten, habe ich auch befolgt. Dies sind ja Durchschnittsgeschwindigkeiten über die gesamte Runde von jeweils 30 oder 20 km, so dass man mit den Stopps an den Tränken schnell dahin kommt. Auf Strecke wird dann immer flott galoppiert, so um die 20 bis 25 km/h. Claire zeigte mir einen Trick, um Wasser ins Pferd zu bekommen: an einer Tränke war ein Schlauch, den schob sie Zaïda ins Maul, Hahn auf und schon lief das Wasser ins Pferd.

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Es gibt viele Arten vom Pferd zu steigen

Vor dem Start zur letzten Runde spritzte Leon ihr ca. 30 ml Salzlösung ins Maul. Danach trinken die Pferde besser. Ich hatte Zaïda diesmal einen kleinen Reise-Leckstein in den Auslauf gelegt, den sie total ignorierte. Zuhause hatte ich ihn getestet und sie mochte ihn gern. Sie hat natürlich weniger geschwitzt als im Februar und brauchte vielleicht nichts. Andererseits dauert das Lecken am Salzblock länger, als Elektrolyte ins Maul zu spritzen und in den Pausen wollen die Pferde erst mal fressen. Ihre Mägen haben nur ca. 4 Liter Volumen und da müssen sie oft fressen, sonst schwappt die Magensäure an die oberen Magenwände und verursacht Geschwüre. Viele Reiter geben Elektrolyte ins Trinkwasser, aber an den Geschmack muss man die Pferde zu Hause bereits gewöhnt haben. Wenn die dann den Eimer nicht austrinken, bekommen sie eventuell nicht genug. Beim nächsten Mal gebe ich ihr lieber wieder eine Elektrolyte Spritze ins Maul. In jeder Pause bekommt Zaïda auch eine kleine Menge, etwa 300 g Futter, das ja auch Mineralien enthält. Verdaut wird das Getreide darin erst in etwa 6 Stunden, daher weiche ich es mit etwas Wasser vorher ein. Auf jeden Fall hat sie dann etwas im Bauch. Außerdem ist Zaïda gewohnt, nach einem Ritt zur Belohnung Kraftfutter zu bekommen.

Kilometern hatte Zaïda noch so viel Kraft, dass sie Claires Bella zeigen wollte, wie sie von hinten aussieht. Die Pferde wissen genau, wo sie auf der Strecke sind und dass der Stall nah ist. Zack legte sie los und drehte auf. Als wenn sie einen Schalter umlegt und noch einen Turbo dazu schaltet. Ein schönes und beruhigendes Gefühl, denn man weiß dann, das man richtig trainiert und geritten hat, wenn das Pferd auch ganz zum Schluss noch Power im Tank hat. Claire reitet Standardgewicht, ab 75 Kilo inklusive Sattel, da sind wir keine Konkurrenz. So hab ich Zaïda wie auf der 1. Runde noch mal etwas zurück gehalten, sonst zerren die sich noch was zu guter Letzt. To finish is to win!! Also vorsichtig reiten, dann schafft man es. Allerdings hatte ich den Pferdepfleger eines Bekannten auf den letzten Kilometern direkt hinter mir reiten, und der war meine Konkurrenz! Den hab ich dann auf den letzten 5 Kilometern nicht mehr überholen lassen.

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Team Claire, yours truly, Leon, und Charlotte marschieren ins Ziel nach der 1. Runde

Mit strahlenden Gesichtern sind wir zum Schluss flott über die Ziellinie galoppiert, aber ohne die Zeitnehmer im Zelt zu erschrecken. Es war genug Platz da und im großen Bogen haben wir die Pferde dann auslaufen lassen. Ein herrliches Gefühl, denn ich war mir sicher, dass Zaïda auch den allerletzten Tierarztcheck bestehen würde. Hat sie auch und wir bekamen noch Lob dazu für die tollen Werte von Puls (48, 52) und Gesamtzustand nach 80 Kilometern!

So saßen wir am Abend dann in gemütlicher Runde zusammen, alle im Team Leon und Claire hatten es geschafft, niemand war rausgeflogen. Leon hat 100km super auf Platz 1 im Schwergewicht gemacht, Claire, sonst auch Triathlon Athletin, war am Freitag bereits 100 km geritten und 1. Platz und ‚Best conditioned‘ horse bekommen, Charlotte, Leons Besuch aus Deutschland bekam den 1. Platz über 60 km, Claire bekam heute den 5. Platz mit Bella und ich mit Zaïda den 3., was gut ist für Novizen Pferde, die ja noch nicht voll aufdrehen sollen. Die Rotweinflaschen kamen auf den Tisch und alle waren zufrieden. Nun habe ich auch wieder mit angestoßen, denn zwei  Wochen vor jedem Ritt höre ich mit Alkohol auf … die erste Disziplinierung, die leichteste allerdings.

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Start in die 2. Runde

Als wir am Sonntagvormittag dann die Farmpad nach Krumhuk rauffuhren, standen Zaïdas Pferdekollegen am Weg, da haben wir sie so dreckig wie sie teils noch war, rausgelassen. Okahandja hat wie Windhoek derzeit Wassermangel, daher hat niemand sein Pferd geduscht nach dem Ritt. Wiehernd lief sie ihren Freunden entgegen, die nun alle zu ihr rannten. Es war eine Freude zu sehen, wie glücklich sie war, wieder zu Hause bei ihren „Leuten“ zu sein. Was die sich wohl erzählt haben? Alle schnüffeln dann an ihr …. Geruch der weiten Welt, aber zu Hause ist es am besten. Es waren ja 24 Stunden seit dem Ritt vergangen und Zaïda war in Ordnung, da kann sie im Feld bleiben. Aber nachher fahren wir raus und schauen nach ihr, dann kriegt sie auch noch Futter zur Nachsorge. Viele Mineralien und Nährstoffe hat sie auf dem Ritt ausgeschwitzt, da muss sie wieder aufgebaut werden. Jetzt hat sie 12 Tage total frei, was auch Vorschrift ist, da kann sie die Mähne hängen lassen. Ruhephasen sind bei den Enduropferden extrem wichtig. Selbst im Training hat sie drei oder vier Tage die Woche frei bzw. nur leichtes Gymnastiktraining in der Bahn. Dieser Ritt lief 100 % besser als der vorherige, denn diesmal waren wir beide besser vorbereitet. Zaïdas Novizenzeit ist nun abgeschlossen und wir können reiten was und welche Distanzen wir wollen.

Wir hatten ein erfolgreiches Wochenende mit lieben Menschen und Pferden, was will man mehr?

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Zaïda and yours truly

 

 

 

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