Tiere in Australien

Roo invasion tinyVom Jetlag gebeutelt lag ich noch im Schlummer und mein armer Körper versuchte, mit acht bis zehn Stunden Zeitunterschied klar zu kommen, als ein vollkommen ungewohntes Geräusch sich in meine müden Gehirnzellen drängte. Was da wie eine klemmende Tür klingt, ist ein magpie, eine schwarz-weiße Elsternart, die sich an das Leben in den Vororten angepasst hat. Dann ist da noch der kookaburra oder auch lachender Hans genannt, der im Familienverband lebt und sehr, sehr laut kreischen oder auch lachen kann, je nach dem, wie es einem gefällt. Wie alle in der Familie der Eisvögel hat er einen imposanten Schnabel und ist kräftig genug, damit große Löcher in die Fliegengitter vor den Fenstern zu machen, wenn er mit vollem Dampf hineinfliegt. Einmal machte ein kookaburra einen Sturzflug auf mein Frühstück auf der Terrasse. Nachbarn hatten ihn dummerweise immer gefüttert. Absolut nicht empfehlenswert, denn die zertrümmern gnadenlos das Porzellan. Die vielen Papageienarten sind optisch sehr schön anzusehen, aber sie könnten alle Gesangsunterricht gebrauchen. Einen guten Sänger gibt’s aber, den butcher bird. Er fängt sich Insekten und spießt den Überschuss dann an Dornen auf. Brutaler Lebenserwerb, aber er produziert auch wunderschöne Melodien.

Die Spinnen Australiens haben einen schlechten Ruf als mörderische Bestien. Alle Spinnen auf der ganzen Welt sind giftig, einige mehr, einige weniger. Angreifen werden sie dich nur, wenn sie gerade von dir zerquetscht oder zertrampelt werden. Also, Stiefel immer erst ausschütten und allgemein hinschauen, wo du hintrittst. Das hilft auch enorm gegen Schlangenbisse. Zwei Spinnenarten sollte man meiden: die Sydney funnel-web (Atrax robustus) und die redback (Latrodectus hasselti) da ihr Biss tagelang schmerzen kann. Die funnel web kann tödlich sein (Kinder und Kranke sind vor allem gefährdet). Allerdings ist seit 1956 niemand am Biss einer redback gestorben und seit 1980 keiner am Biss der funnel-web, da Antiseren entwickelt wurden. Die funnel-web ist lokal begrenzt auf NSW (was ist das denn? Siehe im Fakten Artikel). Die redback Spinne bevorzugt dunkle Ecken. Die white tailed oder white tiped spider mit dem weißen Punkt auf dem Rücken sollte man meiden, ihre Bisse heilen schlecht.

Das Känguru und der flugunfähige Emu sind Australiens Wappentiere, daher wollen viele auch kein Kängurufleisch essen. Interessant ist, dass Kängurus quasi als Frühgeburten geboren werden. Die winzigen Embryos krabbeln nach der Geburt von selbst in den Beutel, wo eine Zitze sie mit Milch versorgt. Känguru Weibchen sind immer schwanger, außer am Tag der Geburt. In Dürrezeiten können sie ihren Embryo quasi einfrieren und die Entwicklung stoppen, bis die Zeiten sich bessern und der vorher geborene Joey groß genug ist, um den Beutel zu verlassen. Känguru Mütter können zur gleichen Zeit spezielle Milch für einen älteren Joey und ein Neugeborenes produzieren.

Nun zu zwei lebenden Fossilien: Platypus und Echidna. Beide legen Eier und säugen ihre Jungen mit Milch. Das berühmte Schnabeltier oder Platypus lebt nur in Tasmanien und der Ostküste Australiens. Dieser Lebensraum erstreckt sich vom subtropischen Queensland bis hin zu eiskalten, alpinen Bergflüssen. Sein entenartiger Schnabel ist allerdings weich, die Füße an den kurzen Beinen haben Schwimmhäute und der Schwanz ist vom Biber. Nun leben sie auch fast nur im Wasser und arbeiten ständig an ihren unterirdischen Gängen, die bis zu 30 m lang werden können.

Das Echidna ist dem europäischen Igel ähnlich, wobei es eine längliche, spitze Nase hat. Mit der langen, klebrigen Zunge fängt es Termiten und Insekten im Unterholz. Auch das Echidna ist wie die Kängurus ein Beuteltier oder Marsupial. Seine Eier trägt es im Beutel mit sich herum. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen dort und saugen Milch. Wenn ihre Stacheln zu spitz werden, fliegen sie raus!

Vielleicht wirst du nie eines davon sehen, auch keinen mörderischen Hai, aber ein Possum kannst du auch im Vorort einer Großstadt finden. Es gibt viele Arten, von winzigen nur mausgroßen bis hin zum ringtail possum, das so groß wie eine Katze wird. Sie leben in Bäumen und lieben Obst. Sie räumen in einer Nacht einen ganzen Mandarinenbaum leer. Viele haben keine Angst vor Menschen und lassen sich gern füttern. Wenn du mit der Taschenlampe in der Dämmerung losziehst, kannst du sie finden. Mit großen Ohren, pechschwarzen Augen und nackten Nasen schauen sie vom Baum auf dich herab.

Koalas sind schwerer zu finden, dazu geht man am besten in den Zoo. Auch sie sind Marsupials und entfernt verwandt mit dem Wombat, einem Tier, das wie ein Dachs buddelt, aber bis zu 1,20 lang wird. Leider ist die exotische Tierwelt in Australien vorwiegend nachtaktiv, daher muss man sich mit Geduld und Taschenlampen ausrüsten, wenn man sie einmal sehen will.


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